• Woran der Pazifismus erblühen wird

    In Bezugnahme auf den Artikel "Woran scheitert der Pazifismus ?" (der Blog ist leider mittlerweile Down)  auf dem Blog von Crogan, möchte ich auf das Thema ebenfalls eingehen. Dabei werde ich den Artikel von Crogan etwas verunstalten und dann meine Meinung dazu schreiben.

     

    Die zentrale Frage die ich mir dennoch stelle ist, ob der Pazifismus überhaupt möglich ist und ob es Weltfrieden geben kann.

    Die kurze Antwort lautet: nein, weil der Mensch zu unterschiedlich und individualistisch ist. Die lange ist wesentlich komplizierter. Zunächst muss ich jedoch die Ganzheitlichkeit betonen, denn nur weil etwas in seiner kompletten Umsetzung dem Menschen nicht gerecht werden kann heißt das nicht, dass man es nicht für viele Situationen einsetzen kann oder das darin keine Ideen enthalten sind, die man für sich nicht übernehmen kann. Nur weil der Weltfrieden nicht möglich ist, muss man die Welt nicht im Krieg ersaufen lassen. Der ideologische Krieg zwischen Kapitalismus und Kommunismus wie wir ihn kannten, ist da ein ähnliches Beispiel, dass uns zeigt, wie Menschen miteinander in Konflikt geraten können.

     

    Die korrekte Antwort lautet: ja. Denn diese Unterschiede gibt es einfach nicht. Menschen sind – Psychische Krankheiten ausgenommen – nahezu 100% durch ihre Umwelt beeinflusst. Demnach sind Phrasen wie "Menschen sind nun mal so" einfach extrem inakkurat.  Das bedeutet eben auch, dass Kriege eine Notwendigkeit benötigen, die – Abseits von Umwelteinflüssen – einen Sinn ergibt. Heute mag es diese Notwendigkeit noch geben, auch wenn das Wort hier etwas unpassend ist. Doch wenn man sich bewusst macht, dass man schon heute alle Menschen dieser Erde ernähren könnte, dann fällt schon mal ein Teil des Kartenhauses, welches sich da Krieg nennt, in sich zusammen. Wenn man sich dann noch bewusst macht, dass es ohne Probleme möglich ist, jedem Menschen auf Erden ein Zuhause, Bildung und Medizin zur Verfügung zu stellen, dann ist dieses Kartenhaus schlicht nicht mehr tragbar.

     

    Wenn wir also realisieren, dass Dinge wie Geld, Macht und Länder keinen Wert besitzen, dann wird Krieg schlicht unnötig. Wie ich darauf komme, dass Geld, Macht und Länder keinen Wert besitzen ? Nunja, 95% unseres Geldes existieren nicht einmal. Demnach ist 95% der Kaufkraft dieser Welt einfach nicht vorhanden. Das verlangen nach Macht, wird erst durch dieses korrupte System erschaffen und Länder besitzen nur soviel Wert, wie sie allen Menschen als Gemeinschaft bringen können.

     

    Warum hole ich so weit aus ? Es ist nun mal nötig, um aufzuzeigen wieso es überhaupt Kriege gibt und wieso man sie in der Zukunft verhindern kann und wird. Ein Mensch, der ohne all diesen kapitalistischen Dreck aufwächst, sich nicht um irgendwelche Politiker sorgen muss und von keiner Werbung zum Konsum-Ghul wird, wird keinen Krieg führen. Wieso sollte er auch ? Es besteht keine Notwendigkeit, es gibt einfach keinen Grund. Es ist nun mal einfach Fakt, dass locker 90% aller Straftaten und "unethischem" Verhalten nur Symptome sind. Symptome der selben Krankheit. Diese Krankheit nennt sich Kapitalismus. Und den gilt es auszumerzen. Aber ich rede hier nicht von alternativen Scheiterhaufen wie dem Kommunismus. Der Punkt ist, dass Krieg nur ein Symptom ist und ohne die zugrunde liegende Krankheit nicht auftreten würde.

     

     

    Ist es vernünftig Menschen mit Angst und Gewalt von der eigenen Meinung zu überzeugen? Nein, denn so versteht der Mensch eigentlich nicht den Hintergrund der eigenen Meinung sondern willigt ihr nur zum Selbstschutz ein. Ist es immer möglich jemanden von einer vernünftigen Meinung zu überzeugen? Nein, denn wenn blinder Idealismus am Werk ist, bleibt Vernunft oft unzugänglich. Obwohl ich hier versuche im Rahmen der Vernunft nach richtig oder falsch zu werten, so bleibt die Sicht des mir gegenüberstehenden Idealisten trotzdem für ihn richtig – denn er sieht meine Einstellung eventuell als falsch. Meine mag in diesem Falle wirklich die „vernünftigere“ sein, nur ob sie in Abwägung beider Einstellungen auch die richtige ist, ist eine andere Frage. Vermutlich würde man hier nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen.

     

    Hier hingegen muss ich zustimmen, aber wieder mit dem Verweis auf Symptome. In einer Welt wie dieser ist es kaum mehr möglich zu diskutieren. Weil das die Wahrscheinlichkeit beinhaltet, Unrecht zu haben. Doch Unrecht oder nicht wissen schädigt unser viel zu großes Ego und führt somit zu Konflikten. Und dennoch behaupte ich, dass diese Konflikte in der Zukunft keinen Bestand mehr haben werden, weil die zugrunde liegende Krankheit besiegt sein wird.

     

    Unter Staaten und Ideologien läuft es oftmals nicht anders. Auch die militärische Abschreckung ist noch vorhanden. Was hält einen Ahmadinedschad davon ab in Israel einzufallen? Militärbündnisse. Wenn alles Militär der Welt verschwindet ist er der Erste, der dieses wieder auftauchen lässt um im Rahmen seiner Ideale in Israel einzufallen.

     

    Nehmen wir an, dass Militär mitsamt Geld und Kapitalismus verschwinden. Was für einen Grund gäbe es noch, ein neues Militär zu erschaffen ? Durch die Befreiung aus der Sklaverei – die viele von uns nicht einmal bemerken – würde es einen enormen Sinneswandel in jedem von uns geben. Und wenn man darüber nachdenkt, endet es immer gleich. Es gibt keine Notwendigkeit für Kriege. All diese Machtspiele, die Kämpfe um Ressourcen oder Ideologien sind Symptome. Symptome einer von Grund auf korrupten Welt. Aber halt, genau an dieser Stelle muss man weiter denken, statt an zu halten. Denn nicht die Welt ist korrupt. Menschen sind es auch nicht, man wird nicht korrupt geboren. Es ist die Umwelt die uns korrupt macht. Denn wir leben in einer Welt, in der alles Geld ist und Geld alles ist. Doch wenn man sich vor Augen hält, dass es Geld eigentlich gar nicht mehr gibt, dann sollte man meinen, dass es nichts mehr gibt. Und dennoch lebt die Korruption weiter. Es ist einzig der Glaube der Menschen an das Geld, dass all diese "Abnormitäten" am leben hält. Streicht man diese Variabel aber aus der Rechnung, so ist sie nicht mehr lösbar. Und genau das ist der Punkt. Eine neue Rechnung muss her. Und plötzlich wird klar, diese Rechnung ist viel besser. Frei von Korruption, Neid, Gier und Hass. Und in dieser Rechnung besitzt Krieg keine Variabel mehr. Denn diese Variabel ist unnötig, sie hat keinen Sinn mehr.

     

    Und deshalb nein Crogan, der Pazifismus kann und wird nicht scheitern. In Wahrheit wird die Welt von morgen eine friedliche sein. Wieso ? Weil die Krankheit die uns innewohnt von allen Seiten bekämpft wird. Ihre Symptome werden behandelt, ihre Auslöser langsam vernichtet. Aber das wird nicht der Grund sein. Der Grund wieso diese Krankheit geheilt werden wird ist ein ganz anderer. Diese Krankheit die uns beherrscht nährt sich von ihrem Wirt. Doch es ist eine dumme Krankheit, die ihren Wirt töten und dann selbst sterben wird. Und aus den Überresten des Wirts wird ein neues, einheitliches Wesen entstehen, größer und schöner als alles was wir bisher kennen. Und nur um all dem Ideologie-gequatsche vor zu greifen, das hier ist kein Gedankenexperiment sondern die logische Konsequenz, der nächste, unverzichtbare Schritt. Das System wird in sich zusammenfallen, das ist unausweichlich. Und mit dem System, wird auch diese ganze Illusion die wir Welt nennen in sich zusammen fallen. Und was entsteht muss eine friedliche, kriegsfreie Welt sein. Es ist einfach unausweichlich.

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    4 responses to “Woran der Pazifismus erblühen wird”


    • Kasse

      Bei der Zahl geht es einfach nur um den Betrag des Geldes der tatsächlich in gedruckter oder gepresster Form vorhanden ist :)
       


    • Demut

      Ah, ein erfrischendes Plädoyer für den Pazifismus.
       
      Eine Frage hätte ich dann aber noch: Inwiefern existiert bitte 95% (und woher stammt diese Nummer) allen Geldes nicht? Mir fiele da nur ein, dass Banken das eingezahlte Geld „vervielfältigen“, indem sie es zehn Mal und mehr weiter verleihen. Oder redest du hier davon, dass Buchgeld keinen realen Gegenwert hat? Oder geht es um das grundsätzliche Konzept von Geld?


    • Kasse

      1. Ja. Nur gab es zu dieser Zeit nicht die technischen Möglichkeiten die es heute gibt. Und genau das ist der Punkt.

       

      2. Es wird niemals der Punkt kommen, an dem jeder Mensch "vernünftig" ist. Aber das ist auch nicht notwendig.

       

      3. Nimmst du den Faktor Geld weg, ändert sich alles. Religionen, Bräuche und Kultur spielen hier absolut keine Rolle, denn auch sie sind stark durch das Geld geprägt. Ich bitte dich einfach, dir mal eine Stunde Zeit zu nehmen und die so kindisch zu verhalten wie es nur geht. Schnapp' dir ein beliebiges Symptom unserer Gesellschaft und frag wie ein Kind solange weiter, bis du nicht weiter logisch antworten kannst und ich schwöre dir, du landest beim Geld. Es geht auch nicht darum alle Menschen gleich zu setzen, da hast du etwas völlig missverstanden. In Wahrheit geht es um das Gegenteil, wenn du das Geld wegnimmst und jedem Menschen auf Erden Nahrung, Wasser und ein Zuhause zur Verfügung stellst sind sehr viele schlechte Eigenschaften der Menschen einfach ausgerottet, ganz von allein. Wenn du dann noch effektiv darauf hinarbeitest soviel Arbeit wie möglich an Maschinen zu übergeben, dann hast du eine völlig neue Welt erschaffen. Und ich möchte nochmal betonen, technisch sind wir weit genug dafür. Außerdem ist es naiv das hier mit Lenin oder Stalin zu vergleichen, denn hier geht es um etwas völlig anderes. Es geht hier nicht darum irgendetwas mit Gewalt durchzusetzen. Ja, es geht nicht einmal darum etwas durch Bekehrung und dergleichen durchzusetzen. Es geht hier einzig und allein um Aufklärung. Wenn man den Menschen zeigt, was der Kapitalismus wirklich ist und ihnen dann noch zeigt, dass es anders geht, dann soll jeder selbst entscheiden ob er eine Veränderung will, oder eben nicht. Fakt ist, der Kapitalismus wird mit einem großen Knall enden. Und dann stellt sich die Frage, willst du auf der Seite stehen, die einen neuen Kapitalismus aus dem Boden stampft oder willst du auf der Seite stehen, die wissenschaftlich Lösungen bringt, statt weiterhin Symptome zu behandeln ?

    • Da gibt es ein paar logische Fehler
       
      1. Kriege gab es auch ohne Geld und Kapitalismus. Eigentlich sogar mehr als es sie heute gibt. Geld ist kein Kriegsgrund sondern nur ein Werkzeug. Dadurch, dass man Geld "vernichtet" wird man den Menschen nicht bessern. Man nimmt ihn nur eine nützliche Handhabe die nicht nur negative Auswirkungen haben kann. Geld heißt eben Wirtschaft und ohne Wirtschaft gibt es auch keinen Wohlstand – für niemanden.
       
      2. Es ist vernünftig den Frieden anzustreben aber unvernünftig davon auszugehen, dass alle Menschen vernünftig sind.
       
      3. Die Prägung des Menschen durch seine Umwelt ist beständig. Dennoch gibt es sowas wie Charakter. Der Mensch ist nicht ausschließlich ein Produkt seiner Umwelt. Wolltest du alle Umwelt miteinander gleichsetzen so müßtest du viele kulturelle Einflüsse aus den Identitäten der Menschen entfernen. Das ist mehr als nur Geld und Kapitalismus. Da geht es um Geschichte, Religion, Bräuche und moralische Vorstellung. Der Traum, dass dieses zum "Besten" des Menschen funktionieren kann wurde im letzten Jahrhundert ausgeträumt. Das was du beschreibst ist nichts anderes als das was Lenin mit Russland vor hatte und was Stalin dann auch brachial umsetzte: Ideologische Gleichmacherei. Nur tat er dies nicht durch Bekehrung sondern durch Massenmord. Gebracht hat es niemanden etwes… im Gegenteil die Einschränkung einer konstruktiven Pluralität der Einsichten hat das Land für die folgenden Generationen komplett kastriert und der denkenden Köpfe beraubt.
       
      Ich finde das was du dir vorstellst ja nicht negativ – nur kann es eben nicht funktionieren.


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